Welwitschie die Wunderbare wird 1500 Jahre alt (Welwitschia mirabilis)
Artikelnummer: 7000
Beschreibung
Die Welwitschie (Welwitschia mirabilis) ist die einzige Art der Gattung Welwitschia in der Familie der Welwitschia-Gewächse (Welwitschiaceae), die bereits vor 112 Millionen Jahren auf der Erde wuchsen.
Sie ist nach dem österreichischen Botaniker Friedrich Welwitsch benannt, der die Pflanze in den 1850er Jahren dokumentierte. In einem Brief an Sir William Jackson Hooker, den Leiter der Royal Botanic Gardens Kew, London, vom 16. August 1860 berichtete er erstmals über diese Pflanze. Hooker äußerte sich über die Pflanze folgendermaßen: It is out of the question the most wonderful plant ever brought to this country, and one of the ugliest. ("Dies ist ohne Frage die wunderbarste Pflanze, die je in dieses Land gebracht wurde, und eine der hässlichsten.")
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird sie manchmal als Tumbo-Baum bezeichnet. In Angola wird diese Pflanzenart n'tumbo genannt, was so viel wie "Stumpf" bedeutet. Die Nama nennen sie ǃkharos oder auch khurub, die Damara nyanka. Die Herero nennen sie onyanga, was "Wüstenzwiebel" bedeutet. Das Mark wurde früher – roh oder in heißer Asche gebacken – gegessen. Auf Afrikaans heißt sie tweeblaarkanniedood, was etwa "Zwei-Blatt-kann-nicht-sterben" bedeutet.
Die Welwitschie ist in vielen Wappen in Namibia dargestellt, unter anderem im Wappen Namibias, Wappen der Stadt Swakopmund und Wappen der Region Kunene, un in der Namib-Wüste endemisch . Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über 1.000 km entlang der angolanischen und namibischen Küste und liegt zwischen dem 14. und 24. südlichen Breitengrad. Das Gebiet ist trocken; an der Küste gibt es fast keine Niederschläge, während in der Regenzeit von Februar bis April jährlich weniger als 100 mm Regen unterhalb der Böschung fallen.
Die Populationen kommen meist in ephemeren Wasserquellen vor, was auf eine Abhängigkeit von Grundwasser und Nebelniederschlägen hindeutet, was allerdings nicht gesichert ist. Welwitschia ist für ihre einzigartige Morphologie bekannt. Die Pflanze hat nur zwei Blätter, die aus einem großen, holzigen Stamm, der sogenannten Krone, wachsen und während des gesamten Lebens der Pflanze weiterwachsen.
Welwitschia ist eine der langlebigsten Pflanzen der Erde; manche Exemplare werden Tausende von Jahren alt. Aufgrund der langen Lebensdauer können die Blätter recht groß werden und oft mehrere Meter lang werden. Als Nacktsamer nutzt Welwitschia Zapfen zur Fortpflanzung. Sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen produzieren in ihren Zapfen Nektar, der Insekten anlockt, die den Pollen dann zu anderen Pflanzen tragen. Die Art ist derzeit nicht vom Aussterben bedroht, unter anderem weil sie aufgrund ihrer langen Lebensdauer vor vorübergehenden Fortpflanzungsproblemen geschützt ist.
Trotzdem ist Welwitschia anfällig für zukünftige Überweidung und Krankheiten, da sie nur in einem einzigen Lebensraum wächst. Die bemerkenswerte Langlebigkeit von Welwitschia begünstigt ihr Überleben vorübergehender, die Fortpflanzung beeinträchtigender Perioden, bietet aber keinen Schutz vor direkten Bedrohungen wie Überweidung und Krankheiten. Pilzbefall der weiblichen Zapfen verringert die Keimfähigkeit der Samen erheblich und damit auch den ohnehin geringen Nachwuchs. Weitere Bedrohungen sind Verletzungen durch Geländefahrzeuge, das Sammeln wilder Pflanzen und Überweidung durch Zebras, Nashörner und Haustiere.
Die wilde Population der Welwitschia ist relativ stabil. Der internationale Handel mit der Pflanze wird durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) kontrolliert. Pflanzen in Angola sind im Allgemeinen besser geschützt als in Namibia, da in der Region noch immer eine relativ hohe Konzentration von Landminen aus dem angolanischen Bürgerkrieg vorhanden ist.
