Waldmeister weckt die Waldgeister (Galium odoratum)
Artikelnummer: 1042
Beschreibung
Waldmeister oder das Wohlriechende Labkraut (Galium odoratum), auch Maikraut und Maienkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Labkräuter (Galium). Als weitere deutsche Trivialnamen wurden unter anderem Waldmeier, Mösch, Mäserich, Zehrkraut und Herz(ens)freu(n)d genannt.
Für den heute am weitesten verbreiteten deutschen Trivialnamen Waldmeister gibt es verschiedene Erklärungsvorschläge: Er wird gedeutet als "Meister des Waldes", also die erste und wichtigste Pflanze im Wald, oder auch im Sinne einer "im Walde wachsenden Pflanze mit meisterhafter Heilkraft". Inhaltlich ähnlich sind die Trivialnamen im Serbischen, wo der Waldmeister prvenac ("Erstling", "Anführer") genannt wird, im Französischen, wo man ihn reine des bois ("Königin der Wälder") nennt, und in der lateinischen Bezeichnung matrisylva ("Waldmutter").
Waldmeister kommt ursprünglich in Gebieten Eurasiens mit gemäßigtem Klima und in Algerien vor. In Europa fehlt er in Portugal, auf Island und auf Sardinien. In Asien hat er unter anderem Vorkommen in der Türkei, im Kaukasus, in Kasachstan, Westsibirien, Altai, China, Japan und Korea. Die Pflanze ist in den US-Bundesstaaten Colorado, Illinois, Minnesota, New York und Vermont ein Neophyt.
Waldmeister gedeiht meist in Höhenlagen von bis zu 1400 Meter in gemäßigten und kühlen Zonen. In den Allgäuer Alpen steigt er im Tiroler Teil am Schartschrofen bis zu 1580 m Meereshöhe auf. In Mitteleuropa wächst der Waldmeister am häufigsten in schattigen Rotbuchenwäldern (die Art ist namensgebend für den Waldmeister-Buchenwald), kommt aber auch in Eichen-Hainbuchenwäldern vor.
Der bekannteste Inhaltsstoff des Waldmeisters ist das Cumarin. In welkem und trockenem Zustand setzen die Pflanzen Cumarin frei, das den charakteristischen Waldmeistergeruch verursacht. Waldmeister ist die Aromakomponente, die der Maibowle (Waldmeisterbowle, Maitrank, Maiwein) ihren typischen Geschmack gibt. Auch zur Aromatisierung von Limonaden, Apfel- und Traubensaft sowie Cocktails oder der berühmten Götterspeise wird Waldmeister genutzt. Waldmeister- oder Himbeersirup in Berliner Weißbier wird auch Weiße mit Schuss genannt.
Neben der Herstellung von Getränken wird er hauptsächlich bei der Zubereitung von Sirup und Süßspeisen, zum Beispiel von Kompott, Gebäck und Torten, Pudding, Parfait und Eiscreme verwendet. In Nordeuropa wird Waldmeister zur Aromatisierung von Wurstwaren genutzt. Er kann ebenfalls zum Verfeinern von Marinaden und Soßen verwendet werden.
Waldmeister ist als wenig bis kaum giftig eingestuft. Hauptwirkstoffe des Waldmeisters sind die zu 0,28% im frischen Kraut enthaltenen Cumaringlykoside. Cumarin kann Benommenheit und Kopfschmerzen sowie bei häufigem Verzehr Leberschäden hervorrufen kann. Die Nutzung von Cumarin sowie Aromen und Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften, die Cumarin von Natur aus enthalten, wird innerhalb der EU aktuell durch den Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 (Aromenverordnung) geregelt. Demnach darf Cumarin als solches (d. h. als Reinstoff) Lebensmitteln nicht zugesetzt werden. Der Zusatz von Aromen und Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften, die Cumarin von Natur aus enthalten, und damit auch von Waldmeister, ist möglich.
Dabei gelten lediglich bei vier Lebensmittelgruppen Cumarin-Höchstwerte: traditionelle und/oder saisonale Backwaren, bei denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist: 50mg pro kg Frühstücksgetreideerzeugnisse einschließlich Müsli: 20mg pro kg Feine Backwaren außer traditionelle und/oder saisonale Backwaren, bei denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist: 15 mg pro kg Dessertspeisen: 5mg pro kg Das Tabakerzeugnisgesetz und die Tabakerzeugnis-Verordnung (vgl. Anlagen 1 und 2 zu § 4 der TabakerzV) verbieten in Deutschland Waldmeister zur Verwendung in Tabakerzeugnissen und als Inhaltsstoff in elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehältern nicht mehr (seit 2016). Cumarin ist aber in elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehältern ein verbotener Inhaltsstoff.
Waldmeister wirkt gefäßerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend. Die Droge, das vor der Blüte gesammelte und getrocknete Kraut, heißt herba Asperulae odoratae oder Galii odoratae herba. Die Volksmedizin und Kneipp nutzten das Kraut bei Unterleibsschmerzen, ferner bei Brust- und Kopfschmerzen, zur Beruhigung, bei Husten, Wunden und Zahnweh. Es werde meist im Teegemisch genutzt. Ganz geringe Dosis aus frischen Pflanzen wirke erfrischend.
Waldmeister soll auch als Mittel gegen dämonische Kräfte verwendet worden sein. In Posen wurde Kühen, die nicht fressen wollten, Waldmeister mit etwas Salz gegeben.
Waldmeister ist mehrjährig, winterhart und sehr pflegeleicht. Als echte Wildstaude bevorzugt Waldmeister von Natur aus halbschattige Standorte zum Beispiel unter Laubbäumen mit gut feuchtem Boden.
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