Ölpalm Monokuturen machen die Welt kaputt (Elaeis guineensis)
Artikelnummer: 7045
Beschreibung
Die Ölpalme (Elaeis guineensis), manchmal aber auch Afrikanische Ölpalme oder Ara-Fettpalme genannt (Tamil: பாமாயில் எண்ணெய் பனை), gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Palmenarten. Sie ist in West- und Südwestafrika heimisch, genauer gesagt im Gebiet zwischen Angola und Gambia. Der Artname "guineensis" bezieht sich auf die Region Guinea und nicht auf das heutige Guinea .
Ursprünglich in Afrika beheimatet, wird sie inzwischen auch im tropischen Amerika und insbesondere in Südostasien kultiviert. In Kambodscha wurde diese Palme als Zierpflanze in öffentlichen Gärten eingeführt; ihr Khmer- Name lautet dôô:ng préing (doong = Palme, preing = Öl)
Die bis zu 30 Meter hohe Fiederpalme produziert Fruchtstände mit einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm. Die Palme trägt 3000 bis 6000 Früchte. Die Früchte sind schnell verderblich und müssen daher sofort nach der Ernte verarbeitet werden. Dabei werden die Fruchtstände mit Wasserdampf behandelt, um ein fettspaltendes Enzym zu zerstören. Anschließend werden die Früchte gequetscht und die Steinkerne abgetrennt. Die harte Schale wird geknackt und die Samen werden getrocknet. Das durch einen hohen Carotingehalt orangefarbige Fruchtfleisch liefert das Palmöl, der Samen das Palmkernöl.
Die Ölpalme ist die wichtigste Quelle für Palmöl. Aus 100 kg Fruchtständen lassen sich ungefähr 22kg Palmöl und 1,6kg Palmkernöl gewinnen. Der hohe Ölertrag von Ölpalmen (bis zu 7.250 Liter pro Hektar und Jahr) hat sie zu einer gängigen Zutat in der Küche Südostasiens und der Tropen Afrikas gemacht. Ihre zunehmende Verwendung in der Lebensmittelindustrie anderer Teile der Welt wird durch den günstigeren Preis, die hohe Oxidationsstabilität des raffinierten Produkts und den hohen Gehalt an natürlichen Antioxidantien begünstigt. Ölpalmen können pro Flächeneinheit deutlich mehr Öl produzieren als die meisten anderen Ölpflanzen (etwa neunmal so viel wie Soja und 4,5-mal so viel wie Raps)!
Ölpalmen wurden 1848 von den Niederländern auf Java eingeführt und 1910 von dem Schotten William Sime und dem englischen Bankier Henry Darby nach Malaysia (damals die britische Kolonie Malaya). Die Ölpalmenart Elaeis guineensis wurde 1961 aus Ostnigeria nach Malaysia gebracht. Wie bereits erwähnt, wuchs sie ursprünglich in Westafrika. Die Südküste Nigerias wurde von den ersten Europäern, die dort ankamen und mit dem Rohstoff handelten, ursprünglich als Palmölküste bezeichnet. Dieses Gebiet wurde später in Bucht von Biafra umbenannt.
Der Verlust der Biodiversität ist eine der gravierendsten negativen Folgen des Ölpalmen-Anbaus. Zudem trägt sie auch zur weiteren Ausbreitung invasiver Arten bei, z. B. der Ameisenart Anoplolepis gracilipes in Südostasien. Die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Ölpalmenanbaus sind daher ein hochkontroverses Thema.
Ölpalmen sind eine wertvolle Nutzpflanze und bieten zahlreiche Arbeitsplätze. Sie ermöglichen vielen Kleinbauern die Teilnahme am Wirtschaftsleben und führen häufig zu Verbesserungen der Infrastruktur (Schulen, Straßen, Telekommunikation) in der Region.
Auf der anderen Seite werden große Flächen des ohnehin bedrohten tropischen Regenwaldes oft gerodet, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen, insbesondere in Südostasien, wo die Durchsetzung von Waldschutzgesetzen teilweise mangelhaft ist.
In einigen Staaten, in denen Ölpalmen angebaut werden, führt die lasche Durchsetzung von Umweltgesetzen zum Vordringen von Plantagen in Schutzgebiete sowie die offene Verbrennung von Plantagenabfällen und Freisetzung von Schadstoffen aus Palmölmühlen, wie z. B. Palmölmühlenabwasser zu erheblichen Umweltproblemen.
Das Anlegen neuer Ölpalmenplantagen und die Plantagenwirtschaft stehen international sowohl bei Umweltschutzorganisationen als auch politisch in der Kritik. Zahlreiche Umweltschutzorganisationen, in Deutschland insbesondere Greenpeace, Robin Wood und Rettet den Regenwald, weisen darauf hin, dass für die Errichtung von neuen Ölpalmplantagen in großem Umfang Regenwälder zerstört werden.
Diese Aussagen wurden durch Forschungsergebnisse auf der Basis von Daten der FAO bestätigt, nach denen zwischen 1990 und 2005 1,87 Millionen Hektar Palmöl-Plantagen in Malaysia und mehr als 3 Millionen Hektar in Indonesien neu angelegt wurden, von denen mehr als die Hälfte durch Abholzung von Wäldern entstand.
Nur selten werden ehemalige Ackerflächen zu Ölpalmen-Plantagen umgenutzt: meist werden große Regenwaldflächen abgeholzt mit dem Hauptziel, dort Ölpalmen-Plantagen anzulegen. Kritisiert wird auch, dass die Ölpalmen-Plantagen gegenwärtig in ökologisch nicht nachhaltiger Weise betrieben werden. Mit der Produktion von Palmöl verbunden seien Vernichtung von Regenwald, Vertreibung der Bevölkerung sowie das Ende der Menschenaffen Asiens, der Orang-Utans.
Durch den massiven Einsatz von Pestiziden und Kunstdüngern auf den sehr nährstoffarmen tropischen Böden und in dem sehr regenreichen Klima werden das Grundwasser, Flüsse und indirekt die lokale Bevölkerung vergiftet. Zudem werden durch den enormen Wasserverbrauch der Plantagen die Trink- und Nutzwasserressourcen der Lokalbevölkerung stark beeinträchtigt.
Palmöl-Plantagen sind (wie andere Monokulturen) ein Problem für den Erhalt der Artenvielfalt der strukturreichen Regenwälder. So bedrohen die ausgedehnten Ölpalm-Monokulturen mit der Entwaldung in Papua-Neuguinea den Prinzenhabicht (Accipiter princeps). In Indonesien und Malaysia ist die Expansion des Palmölanbaus mittlerweile die Hauptursache für die Entwaldung, und durch die Brandrodungen insbesondere von Torfwäldern werden riesige Mengen CO2 freigesetzt.
Eine 2006 veröffentlichte Studie der Non-Profit-Organisation Wetlands International kommt zu dem Schluss, dass jede auf ehemaligen Torfwaldflächen erzeugte Tonne Palmöl für den Ausstoß von 10 bis 30 Tonnen an CO2 verantwortlich ist.
Auch in anderen Ländern wie Kolumbien, Ecuador oder Kamerun haben Ölpalm-Plantagen Regenwaldflächen verdängt. Die Nachfrage nach Palmöl ist in den letzten Jahren aufgrund seiner Verwendung als Biokraftstoff gestiegen. Die Erkenntnis, dass dies die Umweltbelastung durch den Anbau erhöht und ein Dilemma zwischen Nahrungsmittel- und Kraftstoffproduktion aufwirft, hat einige Industrienationen jedoch gezwungen, ihre Biokraftstoffpolitik zu überdenken, um Standards zu verbessern und Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
Während für Palmöl und andere biogene Energieträger ein in der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung seit 2007 gesetzlich vorgeschriebenes Zertifizierungssystem die ökologische und soziale Nachhaltigkeit des Anbaus in Zukunft gewährleisten und damit ungewollte Auswirkungen wie Urwaldrodung und Menschenrechtsverletzungen verhindern soll, ist die Produktion der anderen Palmölprodukte wie Kosmetika, und Margarine weiterhin keinerlei Nachhaltigkeitskriterien unterworfen.
Ein prominentes Beispiel und immer wieder in der öffentlichen Kritik ist das beliebte "Nutella", welches etwa 20% Palmöl enthält, das für die streichzarte Konsistenz, den neutralen Geschmack und die Stabilität ohne Fetthärtung sorgt. Hersteller Ferrero verwendet nach eigenen Angaben zu 100% RSPO-zertifiziertes, nachhaltiges und getrenntes Palmöl.
Auch Bio-Palmöl soll laut Kritikern in Anbau und Herstellung nicht unbedingt nachhaltiger sein, bis auf einen kleinen Teil, der in afrikanischen Kooperativen angebaut wird.
In der traditionellen afrikanischen Medizin werden übrigens verschiedene Teile der Pflanze als Abführmittel und Diuretikum, als Gegengift, zur Behandlung von Gonorrhö, Menorrhagie und Bronchitis, zur Behandlung von Kopfschmerzen und Rheuma, zur Förderung der Heilung frischer Wunden und zur Behandlung von Hautinfektionen verwendet.
Ölpalmen wachsen besonders gut in tropischen Gebieten, also dort, wo auch bedrohte Regenwälder sind. Wir vermieten diese umstrittene Palmenart als Anschauungsobjekt im 35 Liter Kübel im kritischen Diskurs
