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Moor-Birke am Rand des Grusels (Betula pubescens)

Artikelnummer: 1073

Verkaufspreis: 50,00 €
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Beschreibung

„Der Moorrauch steigt und geistert bleich in qualmenden Wolken durchs Heidereich, und über die Halme und Sträucher schwer schleicht es mit weißer Bürde her. Was eben noch lebte im lichten Schein, erblindend hüllt es der Moorrauch ein: die Heide, wie eine Schale voll Schaum, kocht über in den Weltenraum. Inmitten ein Hügel, noch mondesklar, umflattert von dunkler Rabenschar; da stehen zwei Birken, vom Sturme entlaubt und schütteln ängstlich ihr müdes Haupt. Der Moorrauch steigt, die Insel erlischt, weiß überspült von züngelndem Gischt. Nun klettert der Nebel, und schwingt sich hinan und zieht den Birken Hemdlein an. Die stehen wie Geister, entstiegen dem Grab, und blicken weit übers Land hinab. Dem Wandrer, der zage vorübergeht, graust es, wenn er den Spuk erspäht.“


"Stimmungsbilder aus dem Moor"- Fritz Stöber, 1910

Die Moor-Birke (Betula pubescens), auch Haar-Birke, Besen-Birke, Glasbirke, Behaarte Birke, auch Ruch- oder Bruchbirke und Downy Birch genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Sie ist kennzeichnender Baum (Phanerophyt) der Moor- und Bruchwälder sowie trockenerer Bereiche in Hochmoorkomplexen.


Die Moorbirke hat eine breite Verbreitung in Nord- und Mitteleuropa und Asien. Ihre Verbreitung reicht von Neufundland, Island, den britischen Inseln und Spanien nach Osten über Nord- und Mitteleuropa und Asien bis in die Baikalseeregion in Sibirien. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich nach Süden bis etwa 40° N, wobei seine südlichste Grenze die Türkei, der Kaukasus und das Altai-Gebirge sind. Die Moor-Birke war Baum des Jahres 2023 in Deutschland.


Als Pionierbaumart ist sie in der Lage, rasch neu entstandene Lebensräume zu besiedeln. Die Rinde kann abgezogen werden, ohne den Baum zu töten. Die Rinde und das Holz wird für Drehmaschinen und bei der Herstellung von Sperrholz, Möbeln, Dachziegeln, Regalen, Trinkgefäße, Särgen, Streichhölzern, Spielzeug und Holzböden verwendet. Die innere Rinde ist essbar und wurde in Zeiten der Hungersnot zermahlen und in der Brotherstellung verwendet, wie auch die Birkensamen. In Nowgorod im Jahr 1127-28 aßen verzweifelte Menschen sie zusammen mit den Blättern von Linden, Holzschnitzel, Stroh, Schalen und Moos.


Die Rinde ist auch reich an Tannin und wurde als brauner Farbstoff und als Konservierungsmittel verwendet.

Die intensive Verwendung der Rinde war einst so weit verbreitet, dass Carl Linnaeus seine Sorge um das Überleben der Wälder zum Ausdruck brachte. Der aufsteigende Saft im Frühling kann verwendet werden, um erfrischende Getränke, Weine, Ales und Liköre herzustellen, und verschiedene Teile des Baumes wurden in der Kräutermedizin verwendet. In Island werden Birkenbesätze mit Birkensaft bei der Herstellung eines süßen Birkenlikörs verwendet. In Russland, der Ukraine, Weißrussland, Estland, Lettland und Litauen wird Birkensaft kommerziell geerntet und zur Herstellung von Kosmetika, Medikamenten und Lebensmitteln verwendet.


Die Rinde kann auch in eine hochwertige Holzkohle verwandelt werden, die von Künstlern bevorzugt wird. Die Zweige und jungen Zweige sind sehr flexibel und machen gute Besen. In Finnland wurde mämmi, ein traditionelles Osteressen, verpackt und in Schachteln Birkenrinde gebacken. Heutzutage werden Kartons verwendet, aber mit dem typischen Rindenmuster bedruckt. Die Blätter können mit kochendem Wasser infundiert werden, um einen Tee zu machen, und Extrakte der Pflanze wurden als pflanzliche Heilmittel verwendet.


In Zukunft spielt die Renaturierung von Mooren und auch die Moorbirke eine bedeutende Rolle. Der Abbau der Moore vollzog sich radikal seit dem 18. und 19. Jahrhundert mit weitreichende Folgen für Natur und Umwelt.

Durch den Torfabbau und die Trockenlegung von Flächen für die Landwirtschaft sind heutzutage die wenigsten Moore in Deutschland intakt.


Torfabbau war in Deutschland einst weit verbreitet. Wurde Torf früher vor allem als Brennstoff genutzt, bedient die heutige Torfindustrie den Gartenbau mit Kultursubstraten, die zu 90% aus Torf bestehen. 95% der deutschen Torfabbaugebiete liegen in Niedersachsen. Hier werden jährlich rund 6,5 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Die Nachfrage des Gartenbaus allein in Deutschland beträgt aber ca. 9 Millionen Kubikmeter. Deshalb wird zusätzlich Torf aus dem Baltikum importiert.


Heute sind 90% der Moore Deutschlands entwässert, so dass das ursprünglich gebundene CO2 wieder frei wird – ein großes Problem für das Klima. In Deutschland verursachen entwässerte Moore 7% aller Treibhausgasemissionen. Im intakten Zustand speichern Moore mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem der Welt – werden sie jedoch entwässert, kommt der über Jahrtausende im Torf gebundene Kohlenstoff mit Sauerstoff in Berührung und oxidiert. Dadurch gelangen riesige Mengen der Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO₂), Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) in die Atmosphäre. Die Geschichte der Moore ist daher immer auch eine Geschichte des Klimas.


Außerdem dienen Moore als Wasserspeicher und sind wichtige Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere. Daher ist die Wiedervernässung von Mooren eine wichtige Maßnahme des Klima- und Umweltschutzes.


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